Wenn der Frisör mal Frei hat - Mark L. Lesters 'Phantom Kommnado' - Director's Cut

 

Originaltitel: Commando
Herstellungsland/-jahr: USA 1985

Format: 1,85:1

Regie: Mark L. Lester
Drehbuch: Jeph Loeb, Matthew Weisman, Steve E. de Souza
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Rae Dawn Chong, Dan Hedaya, Vernon Wells, Bill Duke, Alyssa Milano
Preise: keine

Die Älteren werden sich erinnern: es gab einmal eine Zeit in der Arnold Schwarzenegger nicht durch politische Extravaganzen oder uneheliche Kinder auf sich aufmerksam machte, sondern durch Filme. Nachdem Terminator und die Fortsetzung von Conan den muskelbepackten Österreicher endgültig zum Actionstar gemacht hatten, durfte ein typischer 80er-Jahre-Law-and-Order-Actionstreifen nicht fehlen: Commando.

Mr. Matrix ist auch im Ruhestand beim Army-Friseur geblieben


John Matrix (Arnold Schwarzenegger) war beim amerikanischen Militär der Mann fürs Grobe und genießt im zarten Alten von Anfang Dreißig gemeinsam mit seiner Tochter (Alyssa Milano) seinen Ruhestand in einem außerhalb gelegenen Blockhaus. Das Auftauchen seines ehemaligen Kommandanten lässt nichts Gutes ahnen und schon kurze Zeit später dringen eine handvoll Söldner in das traute Heim ein und entführen seine Tochter. Matrix soll für einen Drogenbaron den Präsidenten eines südamerikanischen Landes umbringen, damit dieser sich selbst zum Staatsoberhaupt machen kann. Doch Matrix dreht den Spieß um und macht Jagd auf die Entführer seiner Tochter, in unfreiwilliger Begleitung einer Stewardess (Rae Dawn Chong).


John Matrix tauscht den Baumstamm...

Die Geschichte von Commando war zwar 1985 schon abgegriffen, war und ist aber ein bewährter Aufreißer für knallharte Action. Regisseur Mark L. Lester hält sich nicht lange mit ausschweifenden Charakterisierungen auf und serviert seinem Publikum eine Actionszene nach der anderen. Es gibt Schlägereien, Schusswechsel und am Ende auch einige Explosionen, deren Niveau sich von gut gemeint bis ganz gut bewegt und für wohligen 80er-Jahre-Charme sorgt. Die ein oder andere Härte wird auch nicht ausgespart, obwohl sich der Film bei einigen Schießereien doch etwas blutarm zeigt.
Schwarzeneggers Image als Mister Universum wird in einigen Szenen auf die Schippe genommen, wobei die Grenze zwischen gewollter Ironie und unfreiwilliger Komik fließend ist.


 

...gegen ein MG.

Darstellerisch darf man nicht allzu viel erwarten, obwohl Herr Lester im Audiokommentar davon spricht Schwarzenegger durch einige ruhigere Szenen mehr Profil als in seinen bisherigen Filmen geben wollte. Ob das gelungen ist darf bezweifelt werden, denn bis auf eine ruhigere Szene zu Beginn ist der Muskelmann damit beschäftigt den Entführern seiner Tochter nachzujagen. Dass Arnold Schwarzenegger nur begrenzte mimische Fähigkeiten hat ist bekannt und so glänzt er, wie meistens, auf in Commando in anderer Hinsicht: seine physische Präsenz ist grandios und der ein oder andere Oneliner geht locker über die Lippen. Auch Arnies Charisma trägt viel dazu bei, dass über darstellerische Diskrepanzen locker hinweggesehen werden kann.
Rae Dawn Chong als Partnerin wider Willen ist ok, obwohl ihre Rolle doch das ein oder andere Mal nervt und weitestgehend fehlt am Platz wirkt.
Die anderen Darsteller sind solide, obwohl drehbuchbedingt sehr eindimensional. Alyssa Milano darf schreien, frech und gewitzt sein, mehr aber auch nicht. Bill Duke darf herrlich fies grinsen, David Patrick Kelly bekommt als schmieriger Aufschneider den ein oder anderen Korb und Vernon Wells als fetter Endfiesling ordentlich auf die Fresse.

Technisch ist all das ordentlich inszeniert, wobei die Crew sich an Genrekoventionen hält und weder positiv noch negativ auffällt. Die knackige Laufzeit von unter 90 Minuten tut ihr Übriges dazu, dass kaum Längen entstehen und so ist und bleibt Commando ein schöner 80er-Actionflick, der nichts anderes sein will als das was er ist.

7 von 10 Glückskekse

Die DVD: Century³ Cinedition (20th Century Fox Deutschland)

Bildqualität: gut
1,85:1, anamorph; gute Schärfe; wenige Defekte, für Herkunft und Alter gut
Tonqualität: gut
Director's Cut: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch), dazu noch Spanisch DD2.0: netter Upmix, gute Verständlichkeit, kaum Rauschen, vereinzelte Surround-Effekte (Deutsch)
Extras: okay
Audiokommentar zum Director's Cut und zur Kinoversion, 2 aktuellere Featurettes (15 und 7 Min.), 4 Slideshows (7 Min.), 3 entfallene Szenen (3 Min.): insgesamt weit weniger üppig als bei den übrigen Century³-DVDs, die AKs sind ganz interessant, allerdings verfällt Herr Lester öfter mal in ausschweifende Lobeshymnen, die Featurettes bieten nur oberflächliche Blicke hinter die Kulissen, die entfallenen Szenen sind nett, ein Trailer und tiefere Hintergrundinfos wären schön gewesen. Erfreulicherweise sind alle Extras optional deutsch untertitelt.
Untertitel: Deutsch, Englisch
Qualität der Untertitel: gut
leicht verständlich, keine Fehler, keine Dubtitles (Deutsch)
FSK: Strafrechtlich unbedenklich, Spio/JK (Kinofassung nach Neuprüfung FSK 18, Indizierung aufgehoben)
Altersempfehlung: ab 18
Besonderheiten:
Längere Szenen des Director's Cuts sind auf Englisch mit optionalen deutschen Untertiteln.
Großes Digipak mit Prägedruck, enthält den Director's Cut und die Kinofassung auf 2 DVDs, sowie ein Booklet mit Informationen und Kapitelindex, Out of Print.

5.6.11 11:12

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(30.4.12 02:20)
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