Köpfe werden rollen: Wei Te-shengs 'Seediq Bale' (taiwanesische Kinofassung)

 

Einführung:

Mit ‚Cape No. 7’ drehte Wei Te-sheng 2008 den erfolgreichsten taiwanesischen Film aller Zeiten. Allein in seiner Heimat spielte die romantische Musikkomödie mit einem Hauch Lokalkolorit mehr als 500 Millionen Taiwan-Dollar – ca. 12 Millionen Euro – ein, bei Produktionskosten von rund 50 Millionen Taiwan-Dollar (ca. 1,2 Millionen Euro).

Dabei war ‚Cape No. 7’ nur eine Art Entlastungsprojekt, und nebenbei Weis Debüt als Langfilmregisseur, zu einem Film, den der Regisseur schon einige Jahre zuvor begonnen hatte vorzubereiten: ‚Seediq Bale’ wurde nach fast einem Jahrzehnt der Entwicklung schließlich ein fast viereinhalbstündiges Epos, das am Ende 25 Millionen US-Dollar kosten sollte und mit so bekannten Produzenten wir Terence Chang und John Woo werben darf. Kann da noch etwas schief gehen?

Teil 1:

Taiwan 1895: Die Japaner annektieren nach dem ersten Chinesisch-Japanischen Krieg die Insel Taiwan, die zuvor Teil des Kaiserreichs der Qing-Dynastie war. Nicht nur die chinesischen Siedler, die seit dem 16. Jahrhundert die Insel bewohnen leisten Widerstand, auch die Ureinwohner Taiwans wehren sich gegen die Eindringlinge. In der Region um Nantou, im bergigen Zentraltaiwan, führt Mouna Rudo (Da Ching) einen Stamm Seediq, eines der vielen indigenen Völker Taiwans, an. Doch er und seine stolzen Krieger werden von mit den Japanern kollaborierenden Ureinwohnern verraten und in einen Hinterhalt gelockt. Die Überlebenden, auch Mouna, müssen ihre Waffen niederlegen und sich den neuen Machthabern beugen.
35 Jahre später ist die japanische Assimilation der Insel in vollem Gange. Auch die Ureinwohner sind Teil der Gesellschaft, leisten ihren Beitrag zur friedlichen Koexistenz, lernen Japanisch und arbeiten sogar als Polizisten für die Japaner. Doch immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Ureinwohnern, die sich nicht unterdrücken lassen wollen, und den Kolonialherren. Mouna (jetzt Lin Ching-tai) ist inzwischen ein gesetzter Mann, der sich von den Provokationen der Japaner nicht aus der Ruhe bringen lässt und zwischen den Parteien vermittelt. Als ein japanischer Polizist brutal zusammengeschlagen wird und mit der Ermordung des ganzen Stammes droht töten die jungen Männer der Seediq ihn und entfesseln dadurch eine Spirale der Gewalt, die kaum noch aufzuhalten ist…

Schon zu Beginn schockt der Film mit grauenhaft schlechten CGI-Tieren, die an alte Stop-Motion-Zeiten erinnern. Ist das das Jahr 2011? Ist das eine teure asiatische Prestigeproduktion? Ja und ja. Grandiose Naturaufnahmen entschädigen den ersten Schock, auch wenn sie teilweise – glücklicherweise nicht allzu oft – sehr offensichtlich durch Computereffekte ergänzt wurden. Ein Schritt der in den seltensten Fällen nötig gewesen wäre, da die Landschaften an sich schon spektakulär genug sind. Eine Einstellung verweist was Felsformation und Kamerafahrt angeht überdeutlich auf James Camerons ‚Avatar’, ohne jedoch die technische Brillanz seines Special-Effects-Spektakels zu erreichen. Gerade die teilweise schlechten und unnötig eingesetzten Computertricks rauben einen Teil der Atmosphäre.
Abgesehen davon geben sich Kulissen, Kostüme und Set-Design keine Blöße: die Kostüme (entworfen von Taneda Yohei (u.a. ‚Kill Bill' ) und Requisiten sind authentisch, die Schauplätze gut gewählt und die Kulissen aufwendig.
Dass der Film hauptsächlich in Seediq und Japanisch gedreht und die Rollen mit Ureinwohnern und Japanern besetzt wurden sorgt zudem für noch größere Authentizität und für Schwierigkeiten bei einer sicherlich auf uns zukommenden deutschen Synchronisation. 

 

Die Schauspieler sind bis auf wenige Ausnahmen auf japanischer Seite, exzellent. Die hauptsächlich von Laiendarstellern gespielten Ureinwohner sind dermaßen authentisch, dass sich jeder noch so gut recherchierte und gespielte amerikanische Indianerfilm verstecken muss. Lin Ching-tai wirkt in seinen besten Szenen wie ein asiatischer Alain Delon, sieht er diesem doch verblüffend ähnlich. Andos Masanobus Rolle ist (noch) relativ klein und fällt kaum ins Gewicht, ebenso Chie Tanaka (‚Cape No. 7) und Vivian Hsu, die beide Japanerinnen spielen. Da Ching als junger Mouna hätte einen größeren Auftritt verdient, hat er doch das Zeug zum richtigen Actionhelden, Umin Boya als Temu Walis verlörpert überzeugend den jungen Hitzkopf. Kleine Gastauftritte dürfen die beiden taiwanesischen Schauspielurgesteine Ma Jung-lung (‚Cape No. 7’, ‚Monga' ) und Cheng Chih-wei (‚Cape No. 7' ), der auch den ein oder anderen Lacher auf seiner hat.

 

Der historische Hintergrund dürfte für viele Zuschauer, vor allem für diejenigen aus dem Westen, neu sein, da gerade über das Kapitel der japanischen Kolonialisierung Taiwans im Westen kaum etwas bekannt ist. Der jüngste Film, der dieses Thema behandelte, ‚1895 in Formosa’ (TW 2008) schaffte es kaum über die eigene Landesgrenze hinaus. Dabei ist es ein interessantes wie vielfältiges Thema, dass mit ‚Seediq Bale’ sein lang verdientes Epos erhält.
So holt der Film erst einmal weit aus und beginnt im Jahre 1895 mit der Annektierung Taiwans durch Japan und widmet sich die erste dreiviertel Stunde dieser Episode. Das ist auch gut so, da man so den Film auch ohne große Vorkenntnisse der chinesischen und taiwanesischen Geschichte genießen kann. 

 

Die Natur wird meist imposant eingefangen, richtige Gänsehautmomente sind allerdings rar, da der Film doch eher darauf erpicht ist die Handlung voranzutreiben als sich in pathoshaltigen Bildern zu ergötzen. Das ist einerseits lobenswert, andererseits fehlt doch dieser pathosbehaftete Gänsehauteffekt. Stattdessen ist das ein oder andere Mal Kitsch angesagt, denn es gibt Regenbögen galore, weswegen der englische Titel (‚Warriors of Rainbow' ) und der chinesische Untertitel von Teil 2 auch eindeutig Sinn ergeben. 

 

Im weiteren Verlauf folgt der Film dann den Grundzügen eines historischen Epos, indem er verschiedenen Figuren Ureinwohner wie Japaner begleitet und die einzelnen Schicksale immer wieder miteinander verknüpft. Zentrale Figur bleibt dabei aber Mouna.
Im Mittelteil bietet der Film hauptsächlich Einblicke in das Leben der Protagonisten und schafft es so ein differenziertes Bild seiner Figuren zu schaffen. Besonders interessant sind die Einblicke in das tägliche Leben der Ureinwohner, ihre Bräuche, ihre Gewohnheiten.
Längen entstehen dadurch kaum, nur eine eher unnötige Szene in der Mouna seinem verstorbenen Vater begegnet könnte zu einem Blick auf die Uhr anregen. 

 

Die Japaner sind – mit Ausnahme des von Kimura Yuichi dargestellten Provinzpolizisten, der mit seinem sadismus und gleichzeitiger Feigheit fast zur Karikatur verkommt – alles andere als nur ‚die Bösen’. Taiwan wurde ihnen völkerrechtlich legitim von China zugesprochen und die Kolonialisierung der Insel war bei Weitem nicht so brutal und rücksichtslos wie manch einer glaubt es zu meinen. Die Japaner werden auch als Menschen dargestellt, haben Ängste, Gefühle. Gegen Ende wird dies noch deutlicher.
Die Zwickmühle in der die stolzen Ureinwohner im Dienst der japanischen Kolonialherren stecken, die Frage, ob man sich für Bildung, Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung einer fremden Macht unterordnen will, soll und kann, das und noch mehr, sind die Fragen, mit denen der Film sich befasst, eine befriedigende Antwort kann und will er aber nicht darauf geben. Er will zum diskutieren anregen und greift einige Kontroversen auf, die die Taiwanesen seit Ende der Kolonialzeit beschäftigen, waren die Japaner, vor allem in der späten Phase der Kolonie, bei den chinesischen Bewohnern nicht gerade unbeliebt (ein Umstand der in Weis Vorgängerfilm ‚Cape No. 7’ noch deutlicher zum Ausdruck kommt). 

So gibt es eine Szene in der ein japanischer General einem Jungen die Hand abschlägt und während das blutende und leidende Kind sich endlos erscheinende Sekunden vor Schmerzen und Verzweiflung windet wird dem Soldaten erst bewusst was er da gerade getan hat.
Und am Ende des Filmes muss der Zuschauer für sich selbst entscheiden wer nun Opfer und wer Täter ist. 

 

Gerade die Action- und Kampfszenen sind teilweise von beeindruckender Intensität. Blut spritzt, Köpfe rollen, Granaten explodieren. Der Aufwand an Mensch, weniger an Material, ist beachtlich und wenn Männer im Lendenschurz, Musketen und Machete durch den taiwanesischen Urwald jagen, dann werden mehr als ein Mal Erinnerungen an Michael Manns ‚Der letzte Mohikaner’ wach. Obwohl es sich um eher kleinere Scharmützel handelt – die richtigen Schlachten wird es in Teil 2 geben – sind diese Szenen teils recht beeindruckend.
In der finalen Szenen gibt es die meisten Enthauptungen seit ‚Conan’, während ein sanftes Lied der Ureinwohner das grausige Gemetzel begleitet und die Gewalt intensiver und abstoßender erscheinen lässt als jeder Soundeffekt. Die Gesichter der Kämpfer sagen, dass es nun kein Zurück mehr gibt, dass der Weg des Kampfes vermutlich der letzte sein wird, den sie beschreiten werden.

 

Der erste Teil von ‚Seediq Bale’ ist – abgesehen von den teils ziemlich schlechten CGIs – ein imposantes und interessanten Epos, dass sich Taiwan wahrlich verdient hat, allerdings könnte alles noch etwas größer und epochaler sein. Schauwerte gibt es zwar einige, das Augenmerk liegt aber eindeutig auf der Geschichte. Die sehr guten Schauspieler, die liebevolle Ausstattung und die grandiose Natur Nantous machen den ersten Teil von ‚Seediq Bale’ zu einem äußerst gelungenen und vor allem sehenswerten Film. Mit einem kleinen Bonus macht das:

9 von 10 Glückskekse


Teil 2:

Wei Te-shengs Historienepos um Taiwans Ureinwohner und ihren Aufstand gegen die japanischen Kolonialherren geht in die zweite Runde. Bot der erste Teil eine gesunde Mischung aus Action, Handlung und Dramatik, sowie ein recht differenziertes Bild der japanischen Kolonialherren, so stellt sich die Frage, ob Teil Zwei die hohen Erwartungen des nach Sichtung des ersten Teils erfüllen kann.

Nach dem Massaker an japanischen Zivilisten rollt die japanische Kriegsmaschinerie gnadenlos an: Truppen werden mobilisiert und unter der Führung General Kamada Yahikos (Kawahara Sabu) nach Nantou geschickt, während der Polizist Kojima Genji (Ando Masanobu) Ureinwohner feindlicher Stämme anwirbt. Die Seediq müssen erkennen, dass sie den modernen Waffen im offenen Kampf nicht gewachsen sind und verlassen ihre Dörfer um als Guerillas den Kampf gegen ihre Feinde aufzunehmen. Zunächst können sie einige Erfolge verzeichnen, doch schon bald fordert der Kampf immer mehr Opfer.

Der zweite Teil von ‚Seediq Bale’ knüpft – logischerweise – direkt an die Ereignisse aus Teil Eins an, legt seinen Fokus aber auf andere Figuren und Handlungsstränge. So wird Ando Masanobus Part umfangreicher beleuchtet und die Handlungen des verfeindeten Stammes über weite Strecken verfolgt, auch wird Einiges an Zeit dem Aufbau und der Koordination der japanischen Truppen geschenkt. Das alles auf Kosten Mouna Rudos und Temo Walis, die in den ersten 90 Minuten fast zu Statisten verkommen und nur in der einen oder anderen Actionszene auftreten dürfen.

Und gerade Action bietet der zweite Teil von ‚Seediq Bale’ en masse. Die Action ist, wie schon bei Teil Eins, exzellent choreographiert und teils sehr blutig, das Sterben ästhetisch und abschreckend zugleich. Eine wirklich große Materialschlacht bleibt zwar historischbedingt aus, der Bodycount ist dennoch immens und verglichen mit den tatsächlichen Opferzahlen des Aufstandes augenscheinlich wenig kongruent. Diese historische Unkorrektheit wird am Ende dann von General Kamada, in dem er weitgehend korrekte Opferzahlen nennt, berichtigt.

Erster großer Knackpunkt ist die Geschichte, die hat sich nämlich der im Laufe des Films immer wuchtiger werdenden Action unterzuordnen. Einige dramatische Szenen beäugen zwar das Schicksal der Figuren abseits der Kämpfe und können durchaus emotional packen, insgesamt gibt es aber zu wenige dieser Szenen, die einige Handlungsstränge auch ganz überraschend enden lassen, als es einem solch ambitionierten Projekt wünschenswert wäre.

Dialoge gibt es wenige und wenn, dann wird entweder die Strategie der kommenden Schlacht besprochen oder pathetisch auf den Kampf eingeschworen. Dieses Pathos mag zwar berechtigt, ja sogar essentieller Bestandteil der Kultur der Seediq sein, wird in einigen Szenen – etwa wenn ein kaum dreizehnjähriger Junge mit Maschinengewehr kaltblütig japanische Soldaten abknallt – jedoch höchst zweifelhaft dargestellt. Kontrastierte Wang in Teil Eins noch die aus Sicht der Seediq heldenhaften Taten beispielsweise mit dem unberechtigten Abschlachten Unschuldiger und endglorifizierte er somit das (in gewisser Weise falsche) Heldentum der Protagonisten, so sind im zweiten Teil keine derartigen Szenen vorhanden, der Film in dieser Hinsicht höchst eindimensional.

Dabei werden die Japaner keineswegs als Monster oder Schurken dargestellt. Nein. Wang lässt sogar ein Massaker, bei dem japanische Truppen und Anhänger eines verfeindeten Stammes die komplette männliche Bevölkerung (unter 15 Jahren) eines Seediq-Dorfes niedermetzeln außen vor und zeigt stattdessen japanische Soldaten wie sie vor Angst erzittern oder sich um verlassene Seediq-Frauen kümmern. In den meisten Szenen stellen die Japaner jedoch nur gesichtsloses Kanonenfutter dar, das, meist aus dem Hinterhalt, von den Seediq dahingerafft wird.

Handwerklich und inszenatorisch bietet der Film Bewährtes: der Film ist gut fotografiert und – mit Ausnahme des Endes, dazu später mehr – geschnitten. Einige Szenenübergänge sind zwar etwas hart, aber das scheint gewollt.

Die CGI bewegen sich diesmal im akzeptablen Mittelfeld und bieten immerhin keinen Totalausfall wie die Tiere im ersten Teil. Vergleiche mit Hollywood sollten allerdings ausbleiben.

Ricky Hos ( ‚Zu Warriors' ) Score ist vielfältig und untermalt den Film stimmig. Musikalisches Highlight bilden aber nach wie vor die Lieder der Ureinwohner, die auch hier in einer Kampfszene für reichlich Gänsehaut sorgen.

Darstellerisch gibt es ebenfalls wenig auszusetzen: die Laiendarsteller der Seediq machen ihre Sache gut und können auch in den wenigen emotionalen Szenen überzeugen. Ando Masanobu ist okay, seine Zeit auf der Leinwand ist allerdings viel zu begrenzt um Akzente zu setzen.

Einziger Ausfall ist Kawahara Sabu, der einen ziemlich unpassenden, comichaften Wutanfall bekommt, der so gar nicht zu den dezenten Darstellungen seiner Nebendarsteller passt.

Als zweiter großer Kritikpunkt stellt sich das Ende des Filmes heraus. Der Schnitt vom finalen Kampf zum Epilog ist sehr holprig, teilweise gar konfus und das Gezeigte verwirrend und fragmentartig. Die Szenen fügen sich nicht homogen in den restlichen Film ein und wirken lieblos und schnell abgedreht, was schade ist, handelt es sich doch um die Schicksale der eigentlichen Hauptfiguren Mouna Rudo und Temo Walis.

Regisseur Wang hat kürzlich selbst in einem Interview gesagt, er sei mit den finalen Szenen nicht zufrieden und damit hat er vollkommen Recht.

Der zweite Teil von ‚Seediq Bale’ ist beileibe kein schlechter Film, dazu ist er gut inszeniert, die Action zu packend, die Ausstattung zu perfekt. Allerdings fällt er im Vergleich zum ersten Teil deutlich ab, nicht inszenatorisch sondern inhaltlich. Das ungeschickt komponierte Ende tut sein Übriges dazu, dass man den Kinosaal mit einem schalen Beigeschmack verlässt und das Gefühl hat es sei doch etwas mehr drin gewesen: mehr Handlung, mehr Emotionen, mehr Film.

Bleibt die Hoffnung auf einen Director’s Cut.


7 von 10 Glückskekse


 

Gesamtbesprechung:

Insgesamt betrachtet ist ‚Seediq Bale’ ein lohnenswertes, ambitioniertes Epos, das in teils spektakulären Bildern ein im Westen weitgehend unbekanntes Kapitel der Geschichte beleuchtet und eine fremde Kultur näher bringt.

Mit seinem differenzierten Blick auf die Geschichte, gut charakterisierte Figuren und drastischen Actionszenen regt der erste Teil zur Diskussion an, während einige kitschige Szenen und schlechte CGIs für kleine Abzüge sorgen.

Im zweiten Teil ordnen sich Charakterzeichnung, Differenzierung und Handlung der blutigen Action unter, dennoch ist der Film packend, wenn auch eher visuell als intellektuell.
Die Wertvorstellungen und Ehrbegriffe der Seediq mögen dem Westen unverständlich oder sogar abstoßend vorkommen, dennoch bietet der Zweiteiler einen interessanten Einblick in eine unbekannte Welt, eine Welt, die sich der Moderne unterwerfen muss, dagegen ankämpft und scheitert – Parallelen mit den amerikanischen Ureinwohnern sind unverkennbar.

In ‚Seediq Bale’ steckt viel Herzblut und das sieht man dem Film auch an, weswegen man kleinere Schönheitsfehler – wie das holprige Ende –  gerne verzeiht. Es ist ein wichtiger Film für die taiwanesische Filmindustrie ebenso, wie für die taiwanesischen Ureinwohner.

Deswegen gibt es für das Gesamtwerk dennoch:


9 von 10 Glückskekse
 


Internationale Version:

International wird der zweiteilige Film – wie schon zuvor John Woos ‚Red Cliff’ – in einer 150minütigen Versionen erscheinen, die hauptsächlich Handlung entbehrt. Über Sinn und Zweck einer solchen Fassung lässt sich streiten.

 

 

17.9.11 21:04

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sylvio (18.9.11 08:30)
Sehr guter Text. Interessant und gehaltvoll. Film(e) werde ich schnellstmöglich sichten.


Klaus / Website (28.9.11 18:37)
Wow! Die bisher beste deutsche Kritik, die ich zu dem Film gelesen habe. Morgen werde ich ihn mir hier in Taipeh ansehen.

Wo hast Du ihn gesehen?


Manu (5.10.11 18:56)
In Taichung.

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