Captain Iglo auf Weltraummission: Takashi Yamazakis: 'Space Battleship Yamato'

 

Seit Ende der zweiten Star Wars Trilogie gab es für Freunde aufwendiger Space-Operas wenig Berauschendes. Lediglich der Star-Trek-Relaunch oder die ein oder andere TV-Serie entführten die geneigten Zuschauer in Fremde Galaxien und in den Kampf gegen außerirdische Bedrohungen.

Was Hollywood in den letzten Jahren schmerzlich vernachlässigt hat, rief die Japaner auf den Plan, die ihr ‚Space Battleship Yamato’ auf ein Himmelfahrtskommando an den Rand der bekannten Galaxien schicken. Stell sich nur die Frage, ob das Raumschiff tatsächlich mit dem Rasenden Falken, der Galactica und dem Raumschiff Enterprise mithalten kann?

2194: Die Erde ist durch die Angriffe der Gamiloner zu einem kaum bewohnbaren Ort geworden. Die atomar verseuchte Oberfläche meidend vegetieren die letzten Überbleibsel der Menschheit in unterirdischen Städten vor sich hin, während in der Umlaufbahn der Erde die wenigen verbleibenden Kampfschiffe einen aussichtslosen Kampf gegen die außerirdischen Invasoren kämpfen. Eine mysteriöse Botschaft aus dem All verspricht einen letzten Funken Hoffnung: weit entfernt soll es eine Macht geben, die die Gamiloner besiegen und die Erde wieder bewohnbar machen könnte. Das letzte verbleibende Kriegsschiff, die Yamato, begibt sich mit ihrer Crew, Admiral Juzo Okita (Tsutomu Yamazaki), dem rebellischen Piloten Susumu Kodai (Takuya Kimura) und seiner Ex-Freundin Yuki Mori (Meisa Kuroki), auf die Reise, doch der Feind ist ihnen dicht auf den Fersen.


 

‚Space Battleship Yamato’ macht es nicht leicht. Der Einstieg ist plump, wenig episch und die Reisevorbereitungen sind schnell abgehandelt, so dass das Schiff nach knapp 20 Minuten auf Kurs ist. Nach einer kurzen Actionszene gibt es lange Zeit wenig Space und viel Opera. Story, Darsteller und die ein oder andere Kulisse kommen in dieser Zeit leider auch nicht über Seifenopern-Niveau hinaus. Die Charaktere sind eindimensional, ihre Darsteller gelegentlich überfordert. Dennoch sind die meisten Schauspieler sehr sympathisch und ihre Figuren wachsen im Laufe der Zeit gewissermaßen ans Herz. Leider wird vielen der Figuren zu wenig Zeit eingeräumt, was hinsichtlich einiger interessanter Charaktere sehr schade ist. Stattdessen werden unnötige Nebenhandlungen lang und breit ausgetappt, wodurch der Film streckenweise sehr zäh wird.

Natürlich darf bei einem Film um ein (Raum-) Schiff mit dem Namen ‚Yamato’ der typisch japanische Kriegsfilmpatriotismus nicht fehlen.


Durch die doch eher abstrakte Bedrohung durch die Aliens und relativ geringem Zeitdruck kommt leider nur selten Spannung auf und wenn wird sie meist durch unsinnige Dialoge und übertriebene Dramatik im Keim erstickt. Wie toll wäre mal wieder ein größenwahnsinniger Imperator, der das Universum versklaven möchte und sich dazu allerlei hybride Lebensformen gefügig macht, anstelle in Höhlen lebender arachnoider Spezies.

Gelegentlich gibt es aber auch Action und die ist gar nicht so schlecht. Die Weltraumschlachten sind bedauerlicherweise sehr kurz gehalten und meist von einer übergroßen Kanone schnell beendet. Ein wenig mehr Jäger-Action wäre hier schön gewesen, zumal die Weltraumeffekte ganz gut gelungen sind. Weniger gut sind die abstrakten, CGI-erzeugten Hintergründe auf dem Alienplaneten. Hier gibt es dann auch einige Schießereien, die stark an Paul Verhoevens ‚Starship Troopers’ erinnern, inklusive einiger recht blutiger Einstellungen. Ansonsten spielt sich die meiste ‚Action’ – typisch ‚Star Trek’ – auf der Brücke ab. Ein Umstand, der Liebhaber deftiger Space-Action der Marke ‚Star Wars’ – wie mich – dich etwas schmerzt.

Leider zieht sich dank ausgiebigem Druck auf die Tränendrüse das Finale fast schon ermüdend in die Länge.

‚Space Battleship Yamato’ bedient sich stilistisch wie inszenatorisch bei allerlei Klassikern von ‚Star Trek’ über ‚Star Wars’ bis zur neueren ‚Battlestar Galactica’-Serie und muss sich deshalb auch Vergleiche zu eben jenen Vorbildern gefallen lassen. Vom Erzählstil her eher ‚Star Trek’, vom Setting ‚Battlestar Galactica’ werden Fans von Ersterem durchaus ihre Freunde mit ‚Space Battleship Yamato’ haben, während Freunde großer Raumschlachten ihre Erwartungen etwas dämpfen sollten.

Der Film ist kein Totalausfall, obwohl etwas geschwätzig, zu tränendrüsig und gut eine halbe Stunde zu lang, unterhält er doch solide und verkürzt das Warten auf George Lucas’ nächste Neuvermarktung der Star Wars-Serie.

6/10 Glückskekse

13.12.11 16:54

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